Aktuelles

SZ Biotop mintus

Zeitzeuge Zvi Cohen (85) berichtete vor 180 Schülern in der Carl-Kraemer-Realschule

Nur seine Mundharmonika war ihm geblieben. Und diese sollte ihm das Leben retten, als eines Tages die SS kam, um ihn aus der Wohnung zu holen um ihn in ein Konzentrationslager zu bringen. Er – das ist Zvi Cohen. Der inzwischen 85-jährige Zeitzeuge berichtete jetzt 150 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Carl-Kraemer-Realschule Hilchenbach und 30 der Rothaarsteigschule Erndtebrück auf sehr persönliche Art und Weise und dadurch äußerst anschaulich, wie er, der 1931 in Berlin als Horst Cohen geboren wurde, in den ersten 14 Jahren seines Lebens seine Kindheit und Jugend erlebte.

Die puren Fakten der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 sowie die Umsetzung der Nürnberger Rassegesetze nach den Olympischen Spielen 1936 kannten die Schülerinnen und Schüler aus dem Unterricht. Jedoch kann kein Geschichtsunterricht verdeutlichen, was die Juden in Deutschland dann tatsächlich erleiden mussten. 

So berichtete Zvi Cohen von seinem Großvater, der als preußischer Offizier im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft hatte und der dafür mit dem Eisernen Kreuz für besondere Verdienste ausgezeichnet wurde. Dieser Großvater wurde deportiert und musste im Lager die Stiefel für die Wehrmachtssoldaten einlaufen. Täglich. Stundenlang. Denn er war ja Jude.

Eindrucksvoll erzählte Zvi Cohen von den Einschränkungen im täglichen Leben: Er dufte in keinen Park, er durfte in kein Theater, in keinen Bus, in kein Taxi. Während der Luftangriffe auf Berlin durfte er in keinen Luftschutzbunker und in keinen Keller. Er durfte zwei Jahre lang die Wohnung nicht verlassen, während seine Eltern als Zwangsarbeiter tagsüber schufteten. Er durfte kein Fahrrad und nicht mit der U-Bahn fahren. Juden durften keine Instrumente besitzen und keine Haustiere. Er musste folglich sogar sein Klavier abgeben. Nur seine Mundharmonika durfte er behalten. Und weil er auf ihr den erschienenen SS-Männern deutsches Liedgut vorspielen konnte, wurde er verschont: Anders als die meisten anderen Juden wurden Zvi und seine Eltern nicht aus dem Fenster und auch nicht auf die Ladefläche des Transporters geworfen, sie durften die Wohnung im vierten Stock gemeinsam gehend verlassen und die Ladefläche besteigen.

Die kleine Familie wurde ins Konzentrationslager Theresienstadt gebracht, berichtete Zvi Cohen. Hier entmenschlichte man die Juden endgültig: Ihnen wurde verweigert zur Toilette zu gehen. Sie erhielten kein Toilettenpapier. Sie mussten sich vor allen anderen entkleiden. Ein Laib Brot, der unter vier Juden aufzuteilen war, wurde ihnen an jedem dritten Tag als Essensration zugeteilt. Die Zeit im Konzentrationslager, den Hunger, die Grauen überlebten er und seine Eltern nur, weil sie wussten, dass sie zwar getrennt, aber doch gemeinsam dort waren. 

Und weil der Vater im Februar 1945 beschloss, die Familie freiwillig für einen Transport zu melden – einen Transport mit unbekanntem Ziel: entweder in den Osten, wo die Vernichtungslager standen, oder in die Freiheit. Der Zug der Familie Cohen fuhr mit 1200 anderen Juden in die Schweiz.

Mit 14 Jahren erfuhr Horst „Israel“ Cohen zum ersten Mal, was Freiheit bedeutet – und was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein: ohne Vergangenheit und mit sehr ungewisser Zukunft. Gemeinsam mit seinen Eltern ging er ins damalige Palästina, das unter britischem Mandat stand, in einen jüdischen Kibbuz.

Noch immer hat er Angst, wenn er nach Deutschland kommt. Aber er stellt sich dieser Herausforderung. Er hat seine Aufgabe im Leben gefunden. Er möchte die deutsche Jugend über die Vergangenheit des Landes informieren. Er sieht sie und ihre Eltern nicht als die Verantwortlichen für die Gräueltaten. Allerdings möchte er mit seinen sehr persönlichen Geschichten in den Köpfen und Herzen der jungen Menschen bleiben. So dass etwas derartig Grauenvolles nie wieder passieren kann.

volleyball indoor cupSieger des Indoorcup-Minis 2016 wurden auch die jüngeren Schüler der CKR

Die Siegermannschaft bestand aus: 

Titus Jobst (6a), Marcel Anders (6a), Thian Grafe (7a)

Die Nachwuchsvolleyballer setzten sich im heimischen Turnier gegen neun andere Mannschaften durch. Dabei wurde kein einziger Satz abgegeben! 

Herr Wandtke (Turnierleitung) war von der Überlegenheit und Leistung der ersten Mannschaft der Carl-Kraemer-Realschule positiv überrascht und freut sich darauf, weiter mit der jungen motivierten Jugend aus Hilchenbach zu arbeiten.

Auch hier herzlichen Glückwunsch.

youngstage1Young Stage ist ein einzigartiges Kulturprojekt, das Kinder und Jugendliche im Raum Hilchenbach für Musik, Tanz und Theater begeistert. In den unterschiedlichen Bereichen bekommen die Kinder und Jugendlichen die Chance aktiv mitzumachen, sich zu beteiligen und dies kostenlos.

Young Stage ist ein Kooperationsprojekt „Kultur macht stark“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und bringt außerschulische und schulische Partner und verschiedene Kompetenzen aus Vereinen und Kulturveranstaltern zusammen. Kooperationspartner sind Momus Musikschule, das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hilchenbach, die Carl-Kraemer-Realschule Hilchenbach, der Gebrüder-Busch-Kreis e.V. und der Push e.V.. Das Projekt läuft seit 2013.

Die Jugendlichen haben bei diesem Projekt die einmalige Chance mit professionellen Fachkräften wie Bernd Michael Genähr und Lars Dettmer im Bereich Theater, sowie Hans Dieter Klug und Wolfgang Armbrust im Bereich Musik zu arbeiten. Den Tanzbereich leiten Lisa Klingelhöfer und Lea Bittner.

Ziel ist es die unterschiedlichen Elemente zu verbinden und in einer Gesamt-Produktion auf die Bühne zu bringen. Die Jugendlichen konnten ihre Talente schon in der Aula der Carl-Kraemer-Realschule, im Gebrüder-Busch-Theater und bei KulturPur unter Beweis stellen. Für das laufende Jahr sind weitere Auftritte in Planung.

Neben den Auftritten, fördert die verbindende Kraft von Musik, Theater und Tanz auch die Persönlichkeitsbildung, soziales Engagement und Gemeinschaftssinn.

Im Jahr 2016 proben die Jugendlichen wie folgt:

 


Theater-Gruppe: mittwochs, von 17.00-18.30 Uhr im Jugendzentrum „Next Generation“  (Am Preisterbach 13)

Musik-Gruppe: donnerstags, von 16.30-18.00 Uhr im kleinen Saal der Rothaarstuben (Hallenbadgaststätte / Bernhard-Weiss-Platz 6)

Tanz-Gruppe (7-13 Jahre): donnerstags, von 18.15-19.15 Uhr im kleinen Saal der Rothaarstuben (Hallenbadgaststätte / Bernhard-Weiss-Platz 6)

Tanz-Gruppe (ab 14 Jahren): freitags, von 18.00-20.00 Uhr im kleinen Saal der Rothaarstuben (Hallenbadgaststätte / Bernhard-Weiss-Platz 6)


 

Weitere Informationen:

Mobiler Musiktreff e.V. / Rockmobil

Hans Dieter Klug
An der Höh 5, 57271 Hilchenbach

Telefon 02733 60184 

 

Stadt Hilchenbach

Kinder-und Jugendbüro
Markt13, 57271Hilchenbach

Heike Kühn
Telefon: 02733/288-124

 

Roman Mengel

Telefon: 02733/288-125

anmeldezahlen 16 1768 Jungen und Mädchen sind für das Schuljahr 2016/2017 an der Carl-Kraemer-Realschule Hilchenbach angemeldet.

 


Bericht WAZ.de vom 29.02.2016

 

Sog aus Kreuztal - Zustrom aus Netphen

Hilchenbach. Die letzte Anmeldung kommt 30 Minuten nach 12 Uhr – Renate Setzer, Rektorin der Carl-Kraemer-Realschule, trifft den Vater auf dem Parkplatz und macht das Büro am Samstagmittag noch einmal auf, um dem von der Kreuztaler Gesamtschule abgewiesenen Kind einen Platz in der Klasse 5 zu sichern. 68 Jungen und Mädchen sind es somit, die nach jetzigem Stand die drei fünften Klassen der Hilchenbacher Realschule füllen werden – so viele, wie auch die Eingangsstufe in diesem Schuljahr besuchen.

Eine gute Mischung
„Wir haben wieder eine gute Mischung“, sagt Renate Setzer. 38 Kinder haben von ihren Grundschulen eine Realschulempfehlung bekommen, fünf die Empfehlung fürs Gymnasium, 20 für die Hauptschule, die es in Hilchenbach nicht mehr gibt. Ihnen bietet die Realschule erstmals im nächsten Schuljahr für die jetzige Klasse 6 einen Hauptschul-Bildungsgang ein: Von der Jahrgangsstufe 7 an können sie, ohne den Klassenverband zu verlassen, nach Lehrplan und Prüfungsbestimmungen der Hauptschule den Hauptschulabschluss ansteuern. „Das ist für die Eltern auch eine Beruhigung“, sagt die Schulleiterin, „wir können die Kinder weiter fördern.“ Den Hauptschulabschluss vergibt die Realschule zwar auch jetzt an Schüler, die die Fachoberschulreife nicht erreichen; voran gehen allerdings Jahre des Scheiterns an den Anforderungen der Realschule.

Am Gymnasium Stift Keppel wurden 65 Kinder angemeldet. „Richtig glücklich sind wir damit nicht“, gesteht Oberstudiendirektor Dr. Jochen Dietrich. Weil niemand abgewiesen werden soll, müssen nun drei kleine Eingangsklassen gebildet werden, die mehr Lehrerkapazität binden, als der Schule eigentlich zur Verfügung steht. 14 Kinder haben sich für den Musikzweig entschieden, die Klasse „5 m“ muss sich somit mit anderen Kindern des Jahrgangs mischen. In der Oberstufe stoßen, wie im Vorjahr, acht Seiteneinsteiger hinzu. Die überwiegende Zahl der neuen Fünftklässler kommt von den beiden Hilchenbacher Grundschulen, wobei in Müsen auch noch der vorletzte Allenbacher Jahrgang entlassen wird. Die neue b school wird erst 2019 ihre ersten Schüler an weiterführende Schulen abgeben. Für Realschule wie Gymnasium sind die Einpendler wichtig: Keppel nimmt 13 Kinder aus Kreuztal, fünf aus Netphen und je eins aus Erntebrück und Siegen auf.

Siegener Gesamtschule
Die Realschule hat unter anderem fünf Anmeldungen aus Kredenbach und zehn aus Netphen. Die Nachbarstadt Netphen, die allein an die Siegener Gesamtschule zwei Klassen verliert, gibt insgesamt 15 Kinder nach Hilchenbach ab. Umgekehrt schmerzt die Hilchenbacher der Sog aus Kreuztal: 25 Anmeldungen von Viertklässlern aus Müsen und Hilchenbach liegen der Clara-Schumann-Gesamtschule vor – würden alle angenommen, wäre auch das eine komplette Klasse. sw


Joomla templates by Joomlashine

© Carl-Kraemer-Realschule Hilchenbach, 2014