Schule ohne Rassismus

Am 12. Juni 2013 besuchten 10 Schüler und Schülerinnen und der AG-Leiter eine Moschee. Dort wurden sie vom Vorbeter (Imam Abdelmulah), den Studenten Enis, seines Zeichens Schwipp-Schwager des AG-Leiters und den Bruder des AG-Leiters, Semi N. empfangen Warum gleich drei? Nun, der Imam spricht Hocharabisch und Marokkanisch, Enis spricht sehr gut Hocharabisch, Tunesisch, Französisch und halbwegs gut Deutsch. Semi spricht kein Arabisch, aber Tunesisch und Deutsch. Den Rest kann man sich vorstellen.

Nach der Vorstellung wurden wir in den Gebetsraum geführt. Dort erklärte man wozu der Beamer und die Kamera sind, warum so viele Bücherregale an den Wänden hängen, warum der Gebetsteppich „schief ausgerichtet ist“. Die Kamera und der Beamer dienen der Übertragung in den anderen Raum, die vielen Bücher bieten den Interessierten die Möglichkeit, den Koran in vielen verschiedenen Sprachen zu lesen. Der Teppich ist, wie im Islam verlangt und üblich, Richtung Mekka ausgerichtet.

Nachdem den Schülern einige theoretische Inputs gegeben wurden, z. B. über die fünf Säulen des Islams (Glaubensbekenntnis, Gebet, Spende, Pilgerfahrt und Fasten) und deren Bedeutung, kamen wir endlich zum praktischen Teil. Dazu hat der Imam die Anlage eingeschaltet und für uns zum Gebet ausgerufen (Gebetsruf). Danach zeigte er uns einen großen Versammlungsraum. Hier speise man in der Fastenzeit die Mitmenschen, die sich selbst kein Essen leisten können. Natürlich ist jeder willkommen, ob arm oder reich, Moslem, Christ oder Atheist, Araber oder Deutsch. Überhaupt speise man in der Fastenzeit lieber in der Gemeinschaft.

Anschließend zeigte er uns die Waschung. Er erklärte uns, dass sich jeder Mensch, ob für ein Bewerbungsgespräch oder ein Geschäftsgespräch, vorbereite, u.a. auch äußerlich. Auch hier bereitet sich der Gläubige auf die Begegnung mit Gott vor, er reinigt sich dabei spirituell und stellt sich innerlich auch das Gebet ein. Die nächste Station war der Gebetsraum der Frauen, zu dem ein Unterrichtsraum für Kinder gehörte. Hier lernen Kinder Arabisch. Hier zeigte uns der Imam wie man ein Gebet verrichtet. Währenddessen erklärte uns Enis die einzelnen Schritte. Während die Bewegungen genau vorgegeben sind, kann jeder selbst entscheiden, was er/sie aus dem Koran zitiert.

Zum Ende berichtete der Imam wie der Islam für Schüler und Schülerinnen relevante Themen steht. Wie steht der Islam zum Umweltschutz? Wie schaut es mit Bildung aus? Welche Bedeutung haben die Nachbarn? Dabei konnte man feststellen, dass die beiden großen Weltreligionen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen.

Abdelmulah erklärte uns, dass er selbst gerne ein Teil der Gesellschaft ist und gerne an ihr teilnehmen möchte. Daher hoffe er, dass wir uns wieder sehen.

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